Die innere Not des Sachsenvolkes PDF Drucken E-Mail

Die innere Not des Sachsenvolkes, das zwischen Festhalten an der althergebrachten germanischen Götterverehrung und dem Christentum schwankte, hat in unübertrefflicher Weise Friedrich-Wilhelm Weber in seinem Versepos „Dreizehnlinden“, dessen Handlung im benachbarten Nethegau abläuft, dargestellt und verarbeitet.

Einige Strophen aus dem Kapitel „Auf der Dingstätte“ seien hier zitiert. Sie geben sehr eindringliche Kunde von der Situation der Sachsen, die vom überlieferten Glauben an die Götter nicht auf Anhieb lassen können und verdeutlichen andererseits die Verzweiflung, die mit ihrer fatalen Situation nach der Unterwerfung einhergeht:

Elmar sprach: „Des Götzendienstes
Zeiht er mich vor Ring und Dinge:
Trügt ihr's, so ich frech zu höhnen
Euern Gott mich unterfinge?

Wo ich mich in Demut beuge,
Darf ein Tor nicht ruchlos schelten:
Was euch heilig, will ich achten;
Was mir heilig, lasst es gelten!

Euern Priestern, euern Mönchen
Zins und Zehnten gab ich willig;
Sprecht, was habt ihr uns gegeben? -
Lasst uns atmen, das ist billig!

Nein, ihr braucht sie nicht zu dulden,
Menschenrechte müsst ihr ehren!
Erstes Recht ist Recht zu beten,
Und das darf kein König wehren!

Wisst ihr Bessres? Dünkt euch besser,
Was man nur mit Schwert und Gluten
Pred'gen mag den Hoffnungslosen,
Die verhungern und verbluten?

Hubert Plogmeier in: Eissen - Bild unserer Heimat, Seite 93

 
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