| Das Naturvolk gegen professionelles Militär |
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Einige Anmerkungen zur Bewaffnung der Sachsenkrieger und ihrer Kampfesweise sind angebracht. Die Hauptwaffe war der Sachs, ein kurzes Schwert, dessen Klinge nur an einer Seite scharf geschliffen war. Für den Nahkampf war diese Waffe geeignet. Nach Schilderungen des römischen Geschichtsschreibers Tacitus gehörten zur Bewaffnung noch ein Wurfspeer mit Widerhaken (Frame) und ein Schild. Tacitus schreibt wörtlich: „Die Fußkämpfer schleudern auch kleine Wurfgeschosse, jeder einzelne mehrere, und zwar ungeheuer weit. Dabei gehen sie (fast) nackt oder tragen nur einen leichten Umhang, der sie nicht in der Bewegung hindert. Sie prunken nicht mit Waffenschmuck, sondern bemalen nur ihre Schilde mir ausgewählten Farben. Nur wenige tragen einen Panzer, kaum jemand einen Helm aus Metall oder Leder.“ Diese sächsischen Krieger waren eine reine Laienarmee, bestehend aus der Landbevölkerung. Etwas anderes hatten die Sachsen auch nicht aufzubieten, denn das Leben in Städten oder stadtähnlichen Siedlungsformen lehnten sie ab. Diese Krieger hatten auch keine besondere Schlachtordnung, sondern stürmten ungestüm, je nach Lage aus einem Hinterhalt kommend dem Feind entgegen. Nur in Kriegszeiten wählten sie einen Anführer – einen der vor dem Heer her zog: daraus entstand die Benennung Herzog. Ganz anders die Franken. Sie konnten auf ein ungeheures Potential an Menschen im europäischen Raum zurückgreifen. Ein stehendes Heer hatten sie bereits aufzubieten und damit trainierte und in der Kriegsführung geschulte Kämpfer. Ihre Bewaffnung war ausgezeichnet und auf dem neuesten militärischen Stand. Reserven standen ihnen jederzeit zur Verfügung. Das Ungleichgewicht zwischen sächsischen und fränkischen Kriegern konnte größer nicht sein. Trotz allem – die Sachsen wehrten sich kampfesmutig und verzweifelt zugleich. Als ihr Land nahezu total besetzt ist und fest in der Hand der Franken zu sein scheint, ist es einer ihrer Anführer, der zum Aufstand gegen die Besatzungsmacht insgeheim Kräfte um sich sammelt. Es handelt sich um den legendären Sachsenherzog Widukind. Einrichtungen der Franken gehen in Flammen auf, auch Kirchen und Kapellen, sogar die von Karl gegründete Kirche an den Quellen der Pader wird verwüstet. Hubert Plogmeier: Eissen - Bild unserer Heimat, Seite 92
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