| Die Sachsen - von Natur aus wild? |
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„Es war der langwierigste, grausamste und blutigste Krieg, den die Franken jemals geführt haben. Denn die Sachsen waren wie fast alle germanischen Stämme von Natur aus wild, zudem Heiden, gesetzlos, ungebunden.“ So urteilt der Geschichtsschreiber am Hofe Karls, Einhard, über die Sachsen. Es erübrigt sich, dazulegen, dass Einhard bedingungslos einseitig war. Nur noch das Volk der Sachsen sperrte sich zunächst hartnäckig gegen jede christliche Missionierung und politische Eingliederung in das Frankenreich. Es gab aber bereits vor den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Karl und dem Sachsenland Menschen, die sich dem Glauben an Christus geöffnet hatten. Ein Indiz dafür sind die Pfarrgemeinden, deren Patron der Hl. Kilian ist. Kilian war und ist Patron des Bistums Würzburg, das seinerzeit, in einem der Kerngebiete Frankens liegend (Mainfranken), bereits Missionierungen an der Südgrenze Sachsens bzw. des Engern- und Westfalenlandes durchführte. Die von Würzburg aus gegründeten Pfarreien erhielten vorzugsweise den Hl. Kilian als Patron. In unserer Region sind in diesem Zusammenhang Löwen, Welda und Helmern zu nennen. Es ist aber festzustellen, dass dies relativ kleine Gruppen von Sachsen waren, die sich dem Christentum schon sehr früh zugewandt haben. Das Volk der Sachsen hing ansonsten nach wie vor dem althergebrachten germanischen Götterglauben an. Für Karl, den Herrscher über West-, Süd- und große Teile Mitteleuropas, war dies unerträglich. Wie konnte sich nur ein aus seiner Sicht so aufsässiges und selbstbewusstes Volk, wie es die Sachsen waren, seinen Großmachtplänen widersetzen? Karls Traum und kriegerisches Streben war es, ein Reich wie das der Römer einige Jahrhunderte zuvor zu schaffen. Dass die Sachsen ihm die Stirn boten, erinnert an die Situation wie sie zur römischen Zeit bestand, als die Cherusker und ihre Verbündeten sich widersetzten. Hier zeigen sich Parallelen: Großmachtstreben der Römer einerseits und der Franken andererseits. Gegner waren jeweils Stämme im Norden und Nordwesten unseres Vaterlandes. Hubert Plogmeier: Eissen - Bild unserer Heimat, Seite 91
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