Glaubenswelt der Sachsen PDF Drucken E-Mail

Die Religion der Sachsen war eine Naturreligion. Auffällige Erscheinungen in der Natur wurden von den Sachsen, wie überhaupt von den Germanen verehrt. Hier fühlten sie sich den Göttern sehr nahe. Heiligtümer waren für sie Quellen, mächtige Bäume, imposante Felsformationen (wie beispielsweise die Externsteine). Auch das Feuer, als ein ganz wesentliches Element, wurde von ihnen verehrt. Selbst das Herdfeuer war ihnen heilig und wurde bewacht. Letzteres geschah aber auch aus praktischen Gründen: Das Feuer durfte nie ausgehen, und die Brandgefahr war bei der Holz- und Strohbauweise der Hütten ebenfalls hoch.

Wichtige und aufschlussreiche Erkenntnisse über die Glaubenswelt unserer Vorfahren liefert uns der römische Geschichtsschreiber Tacitus. Er berichtet:
„Übrigens glauben die Germanen, dass es mit der Hoheit der Himmlischen unvereinbar ist, Götter in Wände einzuschließen und sie irgendwie menschenähnlich darzustellen. Lichtungen und Haine weihen sie, und Götternamen geben sie jenem Geheimnis nur, das sie in tiefer Versenkung schauen.“

Tacitus berichtet auch von heiligen Rossen, aus deren Wiehern und Schnauben die Priester die Zukunft deuten:
„Die Tiere werden auf Kosten des Stammes in den bereits erwähnten Hainen und Lichtungen gehalten, weißglänzend und durch keinen irdischen Dienst entweiht.“Ein Pferd, das einem der Götter geopfert wurde, durfte zuvor keinen Reiter getragen haben, sonst galt es als entweiht.
In der Vergangenheit ist einmal der Flurname Hibbeke, im innerörtlichen Bereich von Eissen gelegen, als Hinweis auf ein germanisches Heiligtum gedeutet worden. Demnach soll die Bezeichnung Hibbeke von Hillige Bicke, Heiliger Bach, her kommen und diesen Namen vom Quellteich an der Hibbeke erhalten haben, der zusammen, mit einem sich anschließenden Hain als Heiligtum gedient habe. Diese Deutung entbehrt nicht eines gewissen Reizes. Einen konkreten Nachweis über die Richtigkeit dieser spekulativen Deutung kann man allerdings nicht führen.

Hubert Plogmeier: Eissen - Bild unserer Heimat, Seite 62 und 63

 
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